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Grafschafer Nachrichten: Innigkeit, Ausdruck und Hingabe an die Musik

19.11.2013
Grafschafter Nachrichten, Nordhorn
Von Monika Neumann
 
Innigkeit, Ausdruck und Hingabe an die Musik
Klassik-Könnerinnen: Lisa Jacobs und Ksenia Kouzmenko

Musik, die von Herzen kam, spielten Lisa Jacobs, Violine, und Ksenia Kouzmenko, Klavier, im letzten pro nota-Konzert dieses Jahres.
Auch wenn Lisa Jacobs mit diesem Ausdruck erst die auswendig vorgetragene Zugabe ankündigte, war doch das ganze Konzert bestimmt von Innigkeit, Ausdruckstiefe und Hingabe an die Musik. Mit ihrem Programm aus virtuosen, meist romantischen Stücken hatten die Künstlerinnen vielfältige Gefühle auszudrücken.
Einen Teufelspakt mussten sie nicht eingehen um Giuseppe Tartinis berühmtestes Werk, die Sonate für Violine und Klavier Nr. 4 g-Moll „Teufelstriller-Sonate“ zu spielen. Über schlicht barocker Grundlage brillierte Lisa Jacobs süß singend, lebendig und sehr musikalisch trotz aller Doppelgrifftriller, die ihre Finger tanzen ließen. Schon hier fiel Ksenia Kouzmenkos differenziertes sensibles Spiel auf, das der Geigerin stets gleichzeitig Gegenpart und Grundlage bot.
Die Triller-Kadenz dieser Sonate stammt aus der Feder Fritz Kreislers, dessen Salonstückchen – wie Bonbons – „Schön Rosmarin“ und „Liebesleid“ das Programm fortsetzten: zart und leicht getupft im Klavier, verspielt und schwärmend beziehungsweise sehnsüchtig warm in der Violine.
Lisa Jacobs führte charmant durch das Programm und erläuterte dabei auch die Besonderheit des folgenden „Poème élégiaque“ für Violine und Klavier d-Moll op. 12 von Eugène Ysaÿe: damit die Totenklage im Mittelteil dunkler klingt, wird die tiefste Saite der Geige einen ganzen Ton tiefer gestimmt, und dann spannte sich ein großer Bogen vom sanften Beginn an dramatisch aufblühend zu den langsam pulsierenden Totenglocken im Klavier mit düster lyrischer Geigenmelodie, noch einmal aufbrausend zu virtuoser Dramatik und schließlich abflauend zum sanften versöhnlichen Schluss.
Bis hierher stand die Geige im Mittelpunkt des Schaffens der jeweiligen Komponisten. In der zweiten Hälfte des Programms folgten Stücke von Robert Schumann und Johannes Brahms, die beide primär Klavier spielten. So hat denn auch Schumann seine „Fantasiestücke op. 73“ für Klavier und (Klarinette oder) Violine herausgegeben. Sie bieten der Pianistin mehr Raum, um ihr äußerst feinsinniges und musikalisches Spiel in allen Facetten zu zeigen. Ein lebendiges Wechselspiel der beiden Instrumente illustrierte die Satzbezeichnungen genau: Zart und mit Ausdruck, lebhaft und leicht und rasch, mit Feuer.
Man merkte, dass beide Künstlerinnen schon einige Jahre zusammenspielen: Ksenia Kouzmenkos genau austariert präsente, präzise und lebendige Spielweise harmonierte perfekt mit dem ebenso innigen, intensiven und virtuosen Spiel von Lisa Jacobs. Das absolute Lieblingsstück der Geigerin und eins der ersten gemeinsam gespielten Stücke, Johannes Brahms’ Sonate für Klavier und Violine Nr. 3 d-Moll op. 108 bildete den Abschluss des Programms.
Völlig in ihr Spiel versunken ließ Lisa Jacobs ihre Geige zunächst sanft und schmerzlich über den perlenden Klavierklängen leuchten, im ruhigen, intensiven 2. Satz gestalteten beide jeden Ton aus – das Publikum saß längst völlig gebannt mucksmäuschenstill lauschend –, nach vorwitzigem Beginn blühte das Intermezzo zu raumfüllenden Klängen auf, die das triumphierende große Finale einleiteten. Diesen letzten, rhythmisch extrem komplizierten Satz nahmen die beiden dermaßen rasant, dass sie nur mit etwas Glück zusammenblieben. Dafür erbebte er vor gelebter Musikalität.
Die Zugaben dieses spannenden Abends waren nur durch den Mangel an Noten begrenzt: Tschaikowskys „Melodie“ und der 1. Satz der d-moll Partita von Bach – „von Herz“ von Lisa Jacobs.

Lisa Jacobs